Möglichkeiten zur Bekämpfung
des Pflaumenwicklers
Der vom Pflanzenschutzamt Berlin durchgeführte
Warndienst gibt die Termine bekannt, zu denen geeignete Gegenmaßnahmen erfolgen
können. Diese liegen meist Anfang Juli. Mit Hilfe von Pheromonfallen ist es auch für den
Kleingärtner möglich, unter Berücksichtigung der darin gefangenen Menge
männlicher Falter und der Einbeziehung der Abendtemperaturen (>15°C) einen
dem Optimum angenäherten Bekämpfungstermin zu ermitteln. Dieser liegt grob
geschätzt etwa 12 - 14 Tage nach dem in der Pheromonfalle festgestellten
Flughöhepunkt. - Als sehr nützlich hat sich ein kombinierte Einsatz von
Erzwespen der Arten Trichogramma dendrolimi und cacoeciae als biologisches
Bekämpfungsverfahren erwiesen. Die Eiparasitoide werden in Rähmchen geliefert
mit insgesamt etwa 3000 parasitierten Getreidemotteneiern. Diese "TrichoKarten"
dürfen nicht geöffnet und nicht in die volle Sonne gehängt werden; auch ist
zu vermeiden, Ohrwürmern in der Umgebung Unterschlupfmöglichkeiten anzubieten.
Einsatztermine sollten mit dem Pflanzenschutzdienst abgestimmt werden, weil die
Freilassungen in Abhängigkeit von den Eiablagen des Pflaumenwicklers erfolgen
müssen.
Beziehen kann man diese Trichogramma-Karten bei
der AMW Nützlinge GmbH in 64319 Pfungstadt, Außerhalb 54 - Tel.: 06157 /
990595 Fax: 06157 / 990597
Trichogramma-Schlupfwespe
Pflaumenwicklerweibchen mit Ei-Gelege
Einfach in der Handhabung und erprobt in der
Wirkung ist der Einsatz der nützlichen Schlupfwespenart Trichogramma. Die
Wespenweibchen parasitieren die Eier des Pflaumenwicklers. Im Ei des Pflaumenwicklers
wächst eine junge Wespe heran und bringt dieses zum Absterben. Die Ausbringung
der Nützlinge erfolgt in Form von Kartontaschen mit Aufhängebügel, die
ungeöffnet aufgehängt werden. Der Nützlingseinsatz muss vor Beginn der
Eiablage erfolgen. Daher ist es nötig, den Flugbeginn der männlichen Falter mit einer
Duftstoff-Falle festzustellen, damit die Nützlinge rechtzeitig bestellt werden.

Anmerkung: Die hier abgebildete
Duftstoff-Falle mit den auf einer Leimtafel gefangenen männlichen
Pflaumenwicklerfaltern, wurde extra in einen Apfelbaum gehängt, siehe
Frucht im Hintergrund - dieses ist beabsichtigt, denn dadurch werden die
männlichen Pflaumenwicklerfalter auch davon abgehalten die Weibchen zu
befruchten.
Wellpapp-Fanggürtel
Der etwa 20 cm breite Pappgürtel wird Ende Juni um
Stamm und separat um den Pfahl angelegt und mit einem Draht am oberen Ende so
befestigt, dass das untere Ende wie ein Reifrock absteht. Die an Stamm und Pfahl
entlangwandernden Raupen kriechen darunter und kommen nicht weiter. Etwas Mühe
macht dann das rechtzeitige Absammeln der darunter versteckten Schädlinge
einmal wöchentlich. Bisweilen werden sie auch von Vögeln herausgepickt, so dass
die Manschette erneuert werden muss. Die Gürtel sollten spätestens Ende
Oktober entfernt werden. Die Wirkung der im Handel erhältlichen Fanggürtel
beruht darauf, dass die in den Röhren der Wellpappe angebotenen Schlupfwinkel
von den Raupen zur Verpuppung angenommen werden.
|