Kleingartenkolonie Grüne Aue e.V. in Berlin willkommen auf den Webseiten der Gartenfachberatung
Der Kompost ( lat. compositus =
Zusammengesetztes )
Warum kompostieren?
Da der Humusgehalt im Boden durch Ernte und biologischen
Abbauprozesse ständig abnimmt, ist es das Ziel über den Kompost
Pflanzennährstoffe in den Naturkreislauf zurück zu führen. Kompost ist
der älteste und natürlichste Bodenverbesserer und Dünger, den wir kennen. Da
er aus den organischen Reststoffen des Gartens hergestellt wird, stellt er einen
wesentlichen Beitrag zur Gesunderhaltung des Bodens und zur Ernährung
der Pflanzen dar.
Der Boden ist kein totes Gestein, sondern ein belebtes System aus Mineralien und
Humus. Humus ist ein Teil der organischen Substanz im Boden. Er ist Träger und
Förderer der Bodenfruchtbarkeit. Er ist es, der den Bodenlebewesen ihre
Lebensgrundlage gibt, die Wasseraufnahmefähigkeit bestimmt, eine lockere
Struktur des Bodens bewirkt und damit überhaupt erst Pflanzenwachstum
ermöglicht. Durch Kompostanwendung wird die organische Substanz des Bodens
ergänzt.
Was kann Kompostiert werden?
Grundsätzlich kann was im Garten an organische Abfälle (
z.B. abgeblühte Pflanzenteile, Rasenschnitt, Wurzelballen, Laub, Hecken- und
Baumschnitt etc. ) anfällt kompostiert werden. Nicht kompostiert werden
sollten kranke Pflanzenteile ( z.B. Kohlhernie befallende Pflanzenteile)
oder Unkräuter (z.B. Quecke), da diese nur bei Rottetemperaturen von mehr als
55°C hinreichend abgetötet werden, weil i.d.R. diese Hohen Temperaturen
über einen längeren Zeitraum bei der Eigenkompostierung nicht erreicht werden.
Birnenblätter die mit den Sporen des Birnengitterrost infiziert sind oder
Monilia befallende Pflanzenteile hingegen können kompostiert werden, da diese
Pilzsporen im Kompost ohne ihre Wirtspflanzen nicht überleben, jedoch sollten
diese Pflanzenteile gut überdeckt werden. Rasenschnitt verrottet sehr
schwer und sollte nicht in dicken Lagen (über 5 cm) eingebracht werden.
Grundsätzlich gilt: Grünes wird vorzugsweise mit Strohigem gemischt, Nasses
mit Trockenem, Frisches mit Altem, Faseriges mit Matschigem. Auf diese Weise
werden ungünstige Eigenschaften der Einzelstoffe ausgeglichen und eine gute
Voraussetzung für die Kompostierung geschaffen. Große Pflanzenteile sollten
vorher entsprechend zerkleinert werden ( 5cm ) Eine Hilfe dabei kann ein Häcksler
oder Schredder sein.
Speisereste sollten im Garten grundsätzlich nicht kompostiert werden!
(Rattenbefall)
Der Kompostierungsprozess
Dieser Prozess wird auch Rotte genannt und bezeichnet den
Abbau und Umbau der organischen Substanzen. Diese Umsetzprozesse werden
vorwiegend von Kleinstlebewesen sog. Mikroorganismen vollzogen. Dieses
funktioniert nur wenn diese Lebewesen auf einem Wasserfilm auf die Nährstoffe
zuschwimmen und diese berühren können, daher darf der Kompost nicht
austrocknen, er darf aber auch nicht zu nass oder zu fest gepresst sein, weil
die Mikroorganismen sonst keine Luft zu Atmen bekommen.
Sind Hilfsmittel notwendig?
Für die Kompostierung wird eine Vielzahl von Hilfsmitteln angeboten,
die den Rotteprozess in Gang bringen bzw. beschleunigen oder auch verbessern
sollen. In der Regel sind keine Hilfsmittel notwendig, denn ungünstige
Rottebedingungen können auch solche Hilfsmittel nicht ausgleichen.
Vorteilhaft kann es sein bei einer Neuanlage eines Komposters ca. 10 Liter
reifen Kompostes einzubringen, da diese bereits die Mikroorganismen für den
Rottebeginn enthalten und das zu kompostierende Material so zu sagen angeimpft
wird. Fehlt entsprechendes Material, reicht auch normale Gartenerde.