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- Stippigkeit an Äpfel -

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Die meisten Gartenbesitzer werden mit der Stippigkeit an älteren wertvollen Apfelsorten, wie Cox-Orangenrenette, Jamba, James Grieve, Boskoop, Alkmene u.a., Bekanntschaft gemacht haben. Diese physiologische Erkrankung zeigt sich an leicht eingesunkenen dunkelgrünen bis braunen Stellen auf der Fruchtschale, beginnend im unteren Teil in Kelchnähe. Die abgestorbenen Zellpartien dringen z.T. einige Millimeter ins Fruchtfleisch und führen zu einem bitteren Geschmack. Vor allem spielt das Verhältnis zwischen Kalium, Kalzium und Magnesium im Fruchtfleisch eine entscheidende Rolle für das Auftreten der Erkrankung. Über das Entstehen der Stippe gibt es verschiedene Theorien. Zunächst glaubte man, Calziummangel im Boden wäre der Auslöser, musste ihn jedoch schnell ausschließen, weil die Blätter von Bäumen mit stippigen Früchten optimal mit diesem Nährstoff versorgt waren. Infolgedessen ist der Calziumtransport in die Frucht gestört. Die einzelnen Zellen sind durch Wände voneinander getrennt. Die Stützfunktionen dieser Zellwände werden durch Mittelllamellen gewährleistet, die Kalzium enthalten. Wird das Calzium herausgelöst, bricht das Zellsystem (Wände) zusammen und so entstehen die Stippeflecken.
In der Pflanze ist Calcium zum einen als Bestandteil der Zellwände für die Stabilität des Gewebes verantwortlich. Zum anderen regelt es den Stofftransport zwischen den Zellen und im Gewebe. In Abhängigkeit vom Gehalt des Bodens wird Calcium gewöhnlich mit dem Transpirationsstrom im Xylem** in die oberen Pflanzenteile transportiert. In Pflanzenteilen oder Früchten, die nur wenig transpirieren*, kommt es daher auch bei hohem Calcium-Angebot des Bodens zu Mangelzuständen. Der Calcium-Mangel der Pflanzen ist somit vom Kalkmangel der Böden zu unterscheiden, der zur Boden-Versauerung führt. Eine Bodenkalkung kann daher das Auftreten von physiologischem Calcium-Mangel nicht verhindern. In Äpfeln wird Calcium-Mangel als Stippe oder Stippigkeit bezeichnet, wobei sich durch den Zusammenbruch von mangelernährtem Gewebe verbräunte Zonen unter der Schale und im äußeren Fruchtfleisch bilden. 

Aufgrund der geschilderten Symptome können indirekte und direkte Gegenmaßnahmen erfolgen. Stippevorbeugend wirkt:
Keine Überdüngung (besonders nicht mit Kalium und Magnesium), regelmäßige Wasserversorgung, zu schwachen Fruchtbehang verhindern. Deshalb ist es notwendig, die Alternanz (periodische Fruchtbarkeit), der die meisten der oben genannten Sorten unterliegen, auszuschalten. Das Calzium kann nicht, wie oben geschildert, durch die Blätter in die Früchte gelangen, so dass es ab August mittels Calziumchloridspritzungen direkt auf die Früchte auszubringen ist. Eine vorherige Absprache mit dem zuständigen Gartenfachberater ist angebracht.

Auf einem ähnlichen Zusammenhang beruht die Blütenendfäule in Tomaten, Gurken oder Paprika, die Schwarzherzigkeit bei Sellerie, Hohlfleckigkeit bei Möhren oder das Auftreten von Innenblattnekrosen *** bei Salat oder Kohlpflanzen. Durch regelmäßige Spritzungen empfindlicher Kulturen mit Calcium-Verbindungen kann Mangel vorgebeugt werden.

*(Abgabe von Wasserdampf über die Blätter; ** Xylem [das; griechisch], Wasser leitender Gefäßteil des pflanzlichen Leitbündels; *** Nekrosen nennt man das Absterben von Gewebestücken)